Nicht einmal ein Plan für eine bessere nachrevolutionäre Gesellschaft ist irgendwo in den zahlreichen Verlautbarungen Meinhofs auch nur ansatzweise auszumachen. Konstruktive Konzepte? Fehlanzeige!
Frappierend ist, dass die Autorin eine große Anzahl ehemaliger Täterinnen und Täter sowie deren Unterstützer zum Reden gebracht hat, die allesamt zu schweigen gewohnt sind, wenn sie nicht gerade agitieren.
Des Wahnsinns fette Beute: Eine Gesellschaft hätschelt ihre Gewalttägigen Starker Tobak. 2017 beschrieb ich in Peter Wensierskis Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution: Wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte den friedlich basierten unerhörten Mut junger Leute gegen eine Diktatur. Knapp zwei Jahre später tu ich mir mit »Die RAF hat euch lieb« von Bettina Röhl die gewaltbasierte Feig- und Hinterhältigkeit junger Leute gegen eine Demokratie an. Welch schwere...